Elektrophysiologie

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Die gesamte Leitung des Seheindruckes geschieht durch Nerven und elektrische Signale. An dieser Funktion sind viele verschiedene Nervenarten beteiligt und hintereinander gereiht oder untereinander auch quer verbunden. Ist hier ein Bereich nicht in Ordnung, ist es oft nicht einfach den Ort der Störung zu lokalisieren. Ein großer Teil kann durch die speziellen Muster von Gesichtsfeldausfällen in der Gesichtsfelduntersuchung dargestellt werden.

Die Elektrophysiologie dient in erster Linie zur Unterscheidung von Nervenerkrankungen noch innerhalb des Augapfels (Netzhaut) und zur Verlaufskontrolle aller Sehstörungen, die die Nervenzellen betreffen.

Visuell evozierte Potenziale (VEP)

Das VEP kommt zum Einsatz bei der Suche nach erblich bedingten Sehnervenerkrankungen (z.B. Opticusatrophien), zur Erkennung von unerwünschten Arzneimittel-Wirkungen (Nebenwirkungen) oder zur Verlaufskontrolle bei Hirn-Tumoren oder zur Abschätzung des Sehvermögens bei Menschen, die sich nicht sicher äußern können (z.B. Kleinkinder oder bei schweren allgemeinen Erkrankungen).

Das VEP kommt in erster Linie zu Anwendung bei: Glaukom, Migräne, Diabetes mellitus, bestimmte (z.B. Amiodaron), bei sonst nicht zur klärender Sehstörung.

Ab und zu ist zusätzlich ein ERG notwendig.

Elektroretinogramm (ERG)

Das ERG dient der Funktionskontrolle bestimmter Netzhaut-Nervenzellen (Stäbchen, Zapfen und Bipolarzellen).

Es kommt zu Anwendung bei:

  • Erblich bedingten Stäbchen-/ Zapfendystrophien (z.B. Retinitis pigmentosa)
  • Netzhautdystrophien, Makuladystrophien
  • bestimmten Medikamenten (Chloroquin, Tamoxifen)

Bei diesen Erkrankungen ist das ERG meist diejenige Untersuchung, in der entsprechende Veränderung zuerst erkannt werden können.

Elektrookulogramm (EOG)

Das EOG dient der Funktionskontrolle des retinalen Pigmentepithels (RPE). Über das retinale Pigmentepithel wird die Netzhaut zum großen Teil mit Nährstoffen versorgt und Stoffwechselprodukte über diese wieder abgebaut oder abgegeben.

Das EOG kommt in der Regel nur zum Einsatz bei Verdacht auf Morbus Best (seltene aber vererbbare Erkrankung) hier können mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Genträger identifiziert werden, bei denen die Krankheit nie ausbricht. Dies kann wichtig sein um ggf. Risiko einer Vererbung zu kennen.